Das Rätsel des "Blumenfreundes"

Am 14. Februar, dem Tag des heiligen Valentin, herrscht in der Gärtnerwelt Hochbetrieb.

Dabei sollte Valentin seit der Reform des römischen Generalkalenders 1970 gar nicht mehr aufscheinen. Das hatte wohl seinen Grund, denn die Quellenlage ist alles andere als sicher. Zwar wurde seit dem Altertum der heilige Valentin verehrt, die historische Beweisführung für die Existenz dieser Person ist aber äußerst kompliziert und fußt auf höchst unterschiedlichen Theorien.

Im Laufe von Jahrhunderten haben sich Ereignisse und Vermutungen fast unentwirrbar miteinander verbunden. Eines steht jedoch fest: Anfang des 4. Jahrhunderts bestand in der Via Flaminia in Rom ein frühchristliches Grab, über das Papst Julius I. eine Basilika errichten ließ, später verehrten Pilger hier die Gebeine des heiligen Valentin.
In Berichten über diesen Märtyrer heißt es im 6. Jahrhundert, dass er ein römischer Priester gewesen sei, der unter Kaiser Claudius an einem 14. Februar (um 270) hingerichtet worden wäre, weil er junge Liebespaare traute, die im damaligen Rom eigentlich nicht hätten heiraten dürfen. Ferner soll er an Liebende Blumen aus seinem Garten verschenkt haben. Das ist freilich der einzige Anhaltspunkt für den "Blumenrausch" heutzutage.

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Je länger die Legenden über den heiligen Valentin bestanden, desto farbiger wurden sie ausgeschmückt. Im 13. Jahrhundert weiß man bereits zu berichten, dass Valentin die blinde Tochter eines Vertrauten des Kaisers geheilt habe und sich daraufhin alle im Haus hätten taufen lassen. Die Enthauptung war die Folge. Eine andere obskure volkstümliche Version spinnt gar noch eine Liebesgeschichte zwischen dem Mädchen und dem Kirchenmann hinein.

Und dann ist da noch der heilige Valentin als Bischof von Terni, der in Rom enthauptet wurde und dessen kultische Verehrung seit dem 4. Jahrhundert belegt ist. Er scheint auch bei einigen Vorbehalten der Heilige zu sein. Reliquien von ihm werden etwa in Kiedrich im Rheingau und in Worms gehütet. Worms hat übrigens in der Verehrung des heiligen Valentin von Terni seit dem Mittelalter eine zentrale Rolle in Deutschland. Auch bei uns wird dem "Starken", dem Patron der Verlobten und Ehestifter, an 27 Stätten Verehrung zuteil, vor allem in Oberösterreich und Kärnten.

 

 

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