Die Schöne aus dem Morgenland

Tulpen zählen zu den beliebtesten Frühlingsboten. Wer nicht zuwarten mag, holt sich den Frühlingsgruß frühzeitig als Schnittblumenstrauß ins Haus.

Die Bezeichnung Tulpe (Tulipa) soll dem persischen Wort Dulbend für Turban entstammen, da sie im Mittelalter von den Türken mit einem Turban verglichen wurde. Der Name der Wildform, sylvestris, bedeutet im Wald wachsend.

Die wild wachsende Tulpe war schon in alter Zeit das Symbol für Liebeserklärungen. Sie wurde von vielen Dichtern beschrieben und von Malern abgebildet. Im Mittelalter erlebte die Pflanze aus der Familie der Liliengewächse in der Türkei ihren Höhepunkt. Sultan Selim II soll 1574 rund 50.000 Tulpenzwiebeln bestellt haben, im 16. Jahrhundert gab es bereits mehr als 1300 verschiedene Formen.

Die erste Tulpe Mitteleuropas blühte am Wiener Hof. Der kaiserliche Diplomat Ghislain de Busbecq, ein Belgier, hatte 1544 Zwiebeln der Pflanze nach Wien geschickt. Von da verbreitete sich die Tulpe nach England und eroberte Holland, wo sie für Furore sorgte. In den Jahren 1637-1643 kam es zu einer richtigen Tulpenmanie. Alle, die Geld hatten, wollten Tulpen besitzen, es wurden horrende Summen bezahlt, etwa für die Sorte "Semper Augustus" 13.000 Gulden. Die Blume wurde zum Spekulationsobjekt, auch Betrügereien um die Tulpenzwiebeln waren plötzlich an der Tagesordnung, bis nach einem Börsenkrach dem Treiben per Gesetz ein Ende gemacht wurde.

Heute kosten Tulpen keine Häuser mehr, dafür gibt es sie in allen Farben. Holland steht in der Zucht der Tulpenzwiebeln an erster Stelle. Mehr als 80 Prozent der Welt-Tulpenproduktion stammt aus den Niederlanden. Hier werden mehr als 1200 Sorten kultiviert, jedoch nehmen die 40 häufigsten gut die Hälfte der Anbauflächen ein.

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