Grüne Weihnachtsbegleiter

Es muss nicht immer Tannenreisig sein, es gibt noch andere Gewächse, die mit Weihnachten ganz eng verbunden sind. Zwei wollen wir Ihnen hier vorstellen – Stechpalme und Mistel. Die dritte Pflanze im Bunde, die Christrose, finden Sie unter „Ilses grüner Daumen“.

Erst in letzter Zeit hat sie sich wieder zum typischen Weihnachtsgrün in den heimischen Stuben entwickelt, die Stechpalme, botanisch Ilex. In manchen österreichischen Regionen wird sie liebevoll „Schradl“ genannt. Zwar waren die immergrünen Zweige schon in germanischen Zeiten ein begehrtes Kultobjekt, das zur Winterszeit die guten Feen aus dem Wald anlocken sollte. Später waren die Ilexzweige vor allem zum Osterfest in Verwendung, daher stammt der Name Stechpalme. Über den Umweg England und Amerika kehrte der Ilex zu uns zurück. Die Stechpalme mit den kräftig roten Beeren ziert nicht nur Gestecke, auf Servietten, Bändern, Kugeln, allerorten sind die Ilexblätter zu finden. Auch im Garten lässt sich die Stechpalme problemlos ziehen und gewinnt neuerdings als Buchsersatz große Bedeutung.
Ein interessantes Phänomen ist übrigens bei vielen Stechpalmen zu beobachten: Im unteren Teil des Strauchs sind die Blätter meist stachelig, im oberen Teil dagegen werden die Blattränder glatt, da hier kaum mehr Gefahr besteht, dass sie von Tieren abgefressen werden

Ebenfalls über England hielt die Mistel bei uns Einzug, auch sie ist als dekoratives Element in der Vorweihnachtszeit nicht mehr wegzudenken. Das Küssen unter in Wohnungen aufgehängten Mistelzweigen gehört zu den Weihnachtsbräuchen in der anglikanischen Welt. Als immergrüne Pflanze galt sie schon den Römern als das Zeichen für Unsterblichkeit. Ebenso findet der Mistelzweig eine symbolische Bedeutung in der germanischen Mythologie.

Drei Arten des Halbschmarotzers gibt es, jene auf Laubbäumen, auf Nadelbäumen sowie jene auf Eichen. Die Mistel lebt vom Wasser und den Mineralstoffen des Baumes, assimiliert aber selbst und wirft alle zwei Jahre das Laub ab. Begehrt sind vor allem Misteln mit den weißen Früchten, die auch von den Vögeln gerne gefressen werden. Da diese Früchte extrem klebrig sind, versuchen die Gefiederten sie an Ästen abzustreifen. Dort bleiben sie kleben und bilden eine Wurzel, die durch die Rinde in die Saftbahnen des Baumes führt. Langfristig sind zu viele Misteln der Bäume Tod.


Aber auch in der Medizin spielt die Mistel eine gewisse Rolle: Sie wirkt Blutdruck senkend, harntreibend und soll tumorhemmend sein.

Drucken E-Mail

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen